Die aktuelle Situation

„Ein ganz einfaches Produkt!“
 
Eigentlich ist ein Herrenhemd ja ein ganz unproblematisches Produkt. Eigentlich. Zumindest so lange, bis man sich ein wenig ausführlicher mit dem Produktionsprozess beschäftigt. Pestizideinsatz auf den Baumwollfarmen, Chemie bei der Weiterverarbeitung, beim Färben der Garne, beim Weben, Verarbeitung in Niedriglohnländern, Kinderarbeit, Umweltbelastungen. 

In keinem anderen Bereich wird die Zweiteilung der Welt in reich und arm deutlicher als in der Textilindustrie. Dennoch bleibt die Frage: Sägen wir uns damit nicht den Ast ab, auf dem wir selbst sitzen?
 
„Was tragen Sie auf Ihrer Haut?“

Übrigens, jedes Jahr sterben durch den Einsatz von Pestiziden mehr als 20.000 Menschen - also die Bevölkerung einer deutschen Kleinstadt. Der Durchschnittslohn einer Baumwollpflückerin in Indien beträgt pro Tag 17 Cent.

Und was bei der Baumwollproduktion beginnt, geht über die Verarbeitung (die Zahl der kleidungsbedingten Hautallergien stieg in den vergangenen Jahren messbar an) und die Konfektion bis hin zum Verkauf im Handel.
 
Für fertige chinesische Hemden zahlt man etwa 13 Euro im Einkauf und in Deutschland werden diese dann als Premiumprodukt für 179 Euro verkauft. Wenn selbst die absoluten deutschen Markenhersteller nicht mehr in Europa, sondern wie in einem besonders prominenten Beispiel in Vietnam fertigen lassen, stellt sich die Frage, ob wir als Verbraucher dies einfach so hinnehmen müssen.